Göteborg, Schweden – Am 7. Mai 2026 fand in Göteborg eine wegweisende Sitzung des internationalen Vorstands von KIMO statt, die von der Stadt Göteborg ausgerichtet wurde. Das Treffen markierte einen wichtigen Meilenstein für die Organisation und verband strategische Entscheidungsfindung auf höchster Ebene mit praktischen Erfahrungen zu innovativen Lösungen gegen die Verschmutzung der Meere durch Plastik.
Im Mittelpunkt der offiziellen Tagesordnung stand die einstimmige Genehmigung des KIMO-Internationalen Jahresberichts 2025 durch den Vorstand. Der Bericht dokumentiert ein wegweisendes Jahr für das Netzwerk, darunter die erfolgreiche Übergabe des Internationalen Sekretariats vom Shetland Islands Council (Vereinigtes Königreich) an die Stadtverwaltung Aalborg (Dänemark), die Verabschiedung der neuen KIMO-Strategie 2026–2030 sowie wichtige politische Erfolge wie das weltweit erste regionale Verbot der Einleitung von Abgasreinigungswasser auf der OSPAR-Ministerkonferenz in Vigo. Der Bericht 2025 beleuchtet zudem die zunehmende Arbeit von KIMO im Bereich der PFAS-„Ewigkeitschemikalien“ und enthält umfassende Aktualisierungen aller nationalen Netzwerke.Neue Resolution zu Mikroplastik
Mit Blick auf die Delegiertenversammlung im Oktober 2026 erörterte der Vorstand einen neuen Resolutionsentwurf zu Mikroplastik. Nach seiner Verabschiedung wird die Resolution verstärkte internationale Maßnahmen fordern, um die Mikroplastikverschmutzung an der Quelle – von Reifenabrieb über Textilfasern bis hin zu anderen diffusen landseitigen Quellen – zu bekämpfen. Der Vorschlag unterstreicht das Engagement von KIMO im Rahmen seiner Strategie 2026–2030, die chemische Verschmutzung und Meeresmüll durch gezielte, evidenzbasierte Lobbyarbeit zu bekämpfen.
Ghost-Ausrüstung und ALDFG-Workshops
Im Rahmen des Treffens fanden außerdem zwei ausführliche Workshops zum Thema zurückgelassene, verlorene oder anderweitig weggeworfene Fischereiausrüstung (ALDFG) statt – ein Thema, das für KIMO seit langem Priorität hat.
Zunächst moderierte eine Arbeitsgruppe zum Thema Geisternetze unter der Leitung von KIMO Schweden eine anregende Sitzung, in der das Ausmaß des Problems und die dringende Notwendigkeit von Präventions-, Markierungs- und Bergungsmaßnahmen erörtert wurden. Der Workshop führte zu einer lebhaften Diskussion darüber, welche konkreten Maßnahmen KIMO gemeinsam ergreifen könnte, um Kommunen und Fischer zu unterstützen.
Aufbauend auf dieser Dynamik leitete das Internationale Sekretariat einen zweiten Workshop, der sich auf die Ambitionen der KIMO für ALDFG über das Jahr 2026 hinaus konzentrierte. In den Diskussionen wurden Möglichkeiten zur Ausweitung bewährter Verfahren, zur Stärkung internationaler politischer Rahmenbedingungen und zur Sicherung zusätzlicher Projektfinanzierungen erörtert – einschließlich der Weiterführung der laufenden Arbeiten der KIMO zu Netzresten und Freizeitfischereigeräten für HELCOM und OSPAR.
Studienreise: Kviberg-Fußballfelder und Seegrasschutz
Die Stadt Göteborg, Gastgeberin der Reise, organisierte eine äußerst aufschlussreiche Studienreise für die Vorstandsmitglieder. Erste Station waren die Kviberg-Fußballplätze – eine große Sportanlage, die Alternativen zu herkömmlichem Kunstrasen testet. Die Teilnehmer erfuhren aus erster Hand mehr über diese bedeutende Quelle der Mikroplastikverschmutzung und beobachteten laufende Versuche mit umweltfreundlicheren Füllmaterialien. Kviberg gilt weithin als Vorreiter auf diesem Gebiet, und der Besuch lieferte den KIMO-Mitgliedern praktische Beispiele, die sie in ihren eigenen Kommunen anwenden können.
Die Studienreise wurde im Schifffahrtsmuseum und Aquarium fortgesetzt, wo die Delegierten eine Präsentation darüber erhielten, wie die Stadt Göteborg zum Schutz wichtiger mariner Biotope beiträgt, mit einem besonderen Fokus auf Seegraswiesen – einem entscheidenden Lebensraum für die Artenvielfalt und die Kohlenstoffspeicherung.
Ein starker Start ins Jahr 2026
„Diese Vorstandssitzung in Göteborg hat eindrucksvoll gezeigt, was KIMO am besten kann: lokales Handeln mit internationaler Politik verknüpfen“, sagte Preben Friis-Hauge, Präsident von KIMO International. „Von Mikroplastik bis hin zu Geisternetzen – wir verfolgen klare Prioritäten und ein wachsendes Gefühl der gemeinsamen Zielsetzung. Ich danke der Stadt Göteborg herzlich für ihre außergewöhnliche Gastfreundschaft und dafür, dass sie uns gezeigt hat, wie ambitionierte lokale Führung aussieht.“
Die nächste formelle Sitzung der Delegiertenversammlung findet im Oktober 2026 statt, auf der die neue Resolution zu Mikroplastik zur Annahme vorgelegt wird.





